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--- Russland und Moskau in 2021
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01.06.2021

Russland und Moskau in 2021

Ich bewerte alles, was ich gesehen habe, nicht nur als ehemaliger Moskowiter, der schon lange in Deutschland lebt, sondern auch als russischer Übersetzer, Leiter eines russischen Übersetzungsbüros, welcher die Zusammenarbeit beider Länder braucht. Das gehört zu unserem Beruf.

Der erste Eindruck: Moskau

Bei vielen Sachen ist Russland und vor allem Moskau ganz vorne. Taxifahrten sind bequem und sehr preiswert. Man bestellt den Wagen per App und beobachtet auf dem Smartphone, wie er in deine Richtung fährt. Man wartet nie länger als nur ein paar Minuten. Der Preis für Taxifahrt ist 5 bis 10 Mal niedriger als in Deutschland. OK, man fährt nicht mit einem Mercedes wie in Deutschland, aber mit einem ordentlichen Skoda, VW oder Kia. Klar, das geht auf Kosten der Taxifahrer und es gibt bestimmt irgendwo ein Blog eines Taxifahrers, wo der Fahrer über seine Arbeitsbedingungen schimpft. Ich beschreibe das aus Sicht eines Passagiers.

Die Moskauer U-Bahn ist nach wie vor perfekt, auch neue Stationen sind schön. Sie sind nicht so prächtig wie die alten, dafür aber sehr praktisch gebaut. Die Busse sind Eigenproduktion mit all den Nachteilen wie auch sonst die russische Autoproduktion. Dafür kann man nicht nur die Busrouten per App in Yandex Karten auf dem Smartphone sehen, sondern auch wo sich gerade dein Bus befindet, das ist sehr bequem. Viele Bürger beschweren sich aber, dass die Wartezeiten bei Bussen länger geworden sind. Das konnte ich nicht bestätigen, ich habe die ganze Zeit sehr zentral gelebt und konnte praktisch alle Ziele zu Fuß erreichen.

Was negativ auffällt: die Qualität der Lebensmittel hat sich deutlich verschlechtert. Klar, teilweise liegt es an den "Gegensanktionen", also am Einfuhrverbot der Lebensmittel aus dem Ausland. Aber auch die alten guten Torten und Kuchen aus der Konditorei nicht mehr zu erkennen. Dafür braucht man bestimmt keine französischen oder italienischen Ingrediens. Ich konnte diese Änderungen nicht nachvollziehen. Auch das gute Brot ist sehr schwer zu finden. Das Bier unter 100 Rubel pro 0,5 L Flasche würde ich nicht empfehlen. Lieber nur das importierte Bier kaufen, und es kostet schon über 1 Euro umgerechnet. Sonst kauft man ein Biergetränk, so heißt es manchmal sogar offiziell.

Dafür gibt es auf vielen Moskauer Strassen und Prospekten dauernd neue Bordsteine. Es gibt Witze unter Moskauern, dass sie mit jedem Jahreswechsel getauscht werden, das ist aber Lächeln unter Tränen. 

Und noch einmal zum Bier zurück. Man merkt auch, wie stark sich die Qualität der bekannten Marken im Westen und in Russland unterscheidet. Und wie? Klar, nur nach unten. Das betrifft nicht nur Bier, sondern auch Kaffee, Schokolade oder z.B. Kosmetik, die westliche Unternehmen in Russland herstellen. Da gelten ganz andere, also einheimische Standards und Qualitätsnormen.

Der erste Eindruck: Russland

Wie die Russen selbst sagen: hinter MKAD (Moskauer Autobahnring) gibt es kein Leben. In den Städten der Moskauer Region git es auch Taxi billig und bequem, und auch die Busse sind auf dem Smartphone zu sehen. Man kann in jedem Dorfladen Einkäufe mit iPhone oder Android-Smartphone bezahlen. Man bezahlt aber eben Lebensmittel von der schlechten Qualität. Das ist schon ein wenig verrücktes Bild, wenn man ein billiges "Biergetränk" mit Apple Pay bezahlt. Da würden bestimmt viele das lieber anders sehen: gute Produkte mit dem einfachem Papiergeld zu bezahlen. Gute Lebensmittel so wie früher gibt es nicht. Oder vielleicht muss man einfach wissen, wo es welche gibt? Ich habe keine gefunden.

Apropos Geld. Das größte Problem im übrigen Russland ist die Arbeitslosigkeit. Offizielle Zahlen sind beruhigend, die Quote ist niedrig, man muss aber wissen, dass sich bei weitem nur wenige Leute sich als Arbeitslose melden. Es gibt kein Arbeislosengeld im westlichen Sinne, wovon man leben kann, wenn auch ganz bescheiden. Es gibt nur einen Ausweg: zur Arbeit nach Moskau fahren. Deswegen pendeln täglich Millionen Bürger nach Moskau und zurück. Was in Moskau genau produziert wird, weiß niemand, aber es wird viel verkauft. In den Städten bei Moskau gibt es auch zahlreiche Einkaufszentren, sie stehen aber leer. Die Bevölkerung hat jetzt wenig Geld zum Ausgeben.

Deutsche Unternehmen in Russland

Jedes Mal treffe ich mich in Moskau mit bekannten Deutschen und anderen Westeuropäern. Manche von ihnen leben schon lange da, haben Familien in Russland. Die Kinder sind allerdings in Deutschland bzw. anderen Ländern. Andere sind dort als Angestellte der westlichen Unternehmen beschäftigt, seltener als Inhaber dieser Unternehmer da. Auch diesmal hatte ich die Gelegenheit zum Meinungstausch gerne benutzt. Offene Quellen sind gut, da findet man aber nicht alles.

Die schonungslose Statistik sagt: deutsche Unternehmen verlassen Russland und das stimmt. Ich werde keine Informationen dazu aus dem Internet kopieren, das kann jeder lesen. Nach den Gesprächen mit deutschen Fachleuten, die bei deutschen Unternehmen in Russland noch arbeiten oder gearbeitet haben, ist klar: gute Zeiten wie noch vor 2014 sind vorbei.

Mein Übersetzungsbüro spürt das schon lange, auch seit Anfang 2015. Auf einmal gibt es keine Geschäfte mehr zwischen mittelständischen Unternehmen auf beiden Seiten. Nur ganz Große in Russland wie Lukoil oder Sibur dürfen sich es leisten, westliche Anlagen und Maschinen zu kaufen. Mittelständische Firmen in Russland haben jetzt kaum Geld dafür, weil auch der Absatz ihrer Waren nicht so läuft wie früher: die Zahl der zahlunskräftigen Bürger sinkt seit 2014 Jahren kontinuirlich.

Wer bleibt, macht Gewinne

Bei Unternehmen, die in Russland geblieben sind, laufen meist die Geschäfte ausgezeichnet. Man muss halt wissen, was und wie man verkaufen kann. Es gibt unzählige Bereiche, bei welchen Russland auf die westlichen Anlagen und Maschinen angewiesen ist. Ich rede jetzt aus meiner Sicht als technischer Übersetzer. Gerade diese Entwicklung interessiert mich am meisten.

Gute Beziehungen sind nach wie vor am wichtigsten. Hier kann ich nur empfehlen, im Team der europäischen Unternehmen Einheimische zu haben. Sie wissen, wie man einen richtigen Ansprechpartner beim Kunden findet.

Ich würde gerne gute Beispiele der Arbeit der europäischen Unternehmen in Russland nennen, möchte das aber ohne deren Erlaubnis noch nicht tun. Aber ich kann sagen, an welchen Projekten gerade mein Übersetzungsbüro arbeitet. Es sind Holzbearbeitungsanlagen, Entladesysteme der Häfen, Energieanlagen.



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